Geld sparen im Internet

Denk dich arm – was dein Mindset mit deiner finanziellen Situation zu tun hat (Gastbeitrag von Karen Schlaegel)

Disclaimer: Falls Du mit Deiner finanziellen Situation rundum zufrieden bist, gratuliere ich Dir von Herzen. Du kannst es Dir sparen diesen Artikel zu lesen!

Es ist kein Geheimnis, dass unsere Gedanken maßgeblich unser Leben beeinflussen. Oftmals sehr offensichtlich und mindestens genauso oft über unser Unterbewusstsein. Wir sind geprägt durch unsere Erfahrungen und viele unserer Gedanken- und Verhaltensweisen lernen wir bereits in unserer frühen Kindheit. Dies gilt auch für unseren Umgang mit und unsere Einstellung zu Geld.

Hier sind nur ein paar Beispiele, die Ihr sicher schon mal gehört habt:

  • Über Geld spricht man nicht.
  • Bescheidenheit ist eine Tugend.
  • Es kommt auf die inneren Werte an und nicht auf materielle Dinge.
  • Wer den Pfennig (Cent) nicht ehrt, ist den Taler (Euro) nicht wert.
  • Spare in der Zeit, so hast du in der Not.
  • Du sollst nicht über deine Verhältnisse leben.

Wie sieht es da bei Dir aus? Wurde in Eurer Familie über Geld geredet und wenn ja, wie? Hättest du gerne mehr oder bist du zufrieden? Jammerst du ständig über deinen zu niedrigen Kontostand, aber bist auch im nächsten Monat vor Monatsende schon pleite? Gönnst du den Wohlhabenden ihren Reichtum oder empfindest Du Neid und Ungerechtigkeit?

Schon Maslow identifizierte Sicherheit als zweite Stufe in seiner Bedürfnispyramide gleich nach den Grund- und Existenzbedürfnissen. Selbst in einem Sozialstaat wie Deutschland ist der Wunsch nach finanzieller Sicherheit sehr groß. Das Thema ist immer noch mit vielen Ängsten besetzt, die wir uns manchmal nur schwer eingestehen. Vor kurzem war ich zu einem Vortrag eingeladen zum Thema Frauen und Altersarmut. Versteht mich nicht falsch: ich leugne nicht, dass dies ein Thema ist! Und dass es durchaus sinnvoll ist, sich mit seiner Altersvorsorge zu beschäftigen. Aber was mir bei solchen Themen, Büchern und Vorträgen immer negativ auffällt, ist dass sie meist ein „Mangeldenken“ unterstützen. Lebst Du Dein Leben mit dem beständigen Gedanken, nicht genug zu bekommen? Oder empfindest Du Dich als reich beschenkt (unabhängig vom tatsächlichen momentanen Kontostand) und erlebst das Leben als eines von Fülle und Möglichkeiten? Wer zu allerst einen Mangel wahrnimmt, ist automatisch mit Angst am Start. Angst zu kurz zu kommen und nie genug zu haben. Das alleine verursacht einen konstanten Stresslevel. Und das ist auch nicht verwunderlich! Wer würde sich nicht Sorgen machen, wenn sein Unterbewusstsein immer wieder Alarm ausruft, weil wir unter der Brücke enden könnten?

Ihr habt vermutlich schon mal von „weg von“ und „hin zu“ Zielen gehört. Sind Deine finanzielle Ziele geprägt von „weg von“ oder von „hin zu“? Weg von Armut, oder hin zu deinem gewünschten Lebenstil. Mangeldenken füttern unsere „weg von“ Ziele: wir haben Angst vorm arm sein. Das probematische bei dieser Art von Zielen ist jedoch, dass unser Gehirn Verneinungen nicht verarbeiten kann. Wenn ich zum Beispiel sage: Denke jetzt nicht an einen fliegenden Elefanten.

Genau – Du hast Dir jetzt einen fliegenden Elefanten vorgestellt, oder?  Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass wenn ich mir wünsche nicht arm zu sein, beschäftigt sich mein Gehirn immer wieder mit dem arm sein. Die zweite Problematik bei einem „weg von“ Ziel ist, dass ich bisher nur weiß, was ich nicht will, aber noch nicht, was ich will. Sobald wir uns also mit Zielen beschäftigen, ist es wichtig, diese positiv zu formulieren.

Zurück zu den Glaubenssätzen: Wir alle tragen jede Menge an Glaubenssätzen mit uns herum. Diese sind zu einer Zeit entstanden, in der sie die für uns beste Option darstellten mit einer damals gegebenen Situation umzugehen. Mit steigender Lebenserfahrung, mehr Wissen und wachsenden Fähigkeiten stehen uns jedoch im Laufe unseres Lebens immer mehr Optionen zur Verfügung. Allerdings ist es für unser Gehirn stets einfacher auf Altbekanntes zurückzugreifen. Man kann sich das wie eine gute ausgebaute Autobahn vorstellen, auf der er sich nun mal leichter fährt, als auf einer mir noch unbekannten und wenig befahrenen Landstraße. Die gute Nachricht ist jedoch, dass wir zur jeder Zeit in der Lage sind, neue Verhaltensweisen zu formen. Dies geschieht in der Regel nicht über Nacht und leicht ist es vielleicht auch nicht immer, aber es ist möglich!

Der Schlüssel zu jeder Veränderung – ob aufs Finanzielle bezogen oder auch auf andere Lebensbereiche – ist das Bewusstsein dafür, welche Glaubenssätze bei Dir überhaupt eine Rolle spielen. Diese sind natürlich individuell verschieden. D.h. mit diesem Artikel will und kann ich nicht Dein Mindset an sich ändern, sondern möchte Dich einladen, Dir deinem Mindset bewusst zu werden.

Und so gehts:

  • Achtsamkeit/Mindfulness
  • Achtsamkeit ist schon seit einigen Jahren ein Buzzword, aber meiner Meinung nach eines, dass diese Anerkennung voll und ganz verdient! Mittlerweile gibts es jede Menge an Forschungsergebnissen, die belegen, was für eine Superpower Achtsamkeit tatsächlich ist. Es geht dabei darum, wahrzunehmen was IST  - im Inneren wie auch im Äußeren und das vollkommen wertfrei. Praktisch heißt das für Dich, dass Du eine Bestandsaufnahme machst, wie Deine Beziehung zu Geld aussieht indem Du darauf achtest, was Du fühlst und denkst. Wie fühlst Du Dich bespielsweise am Monatsende, wenn Du an Deinen Kontostand denkst? Was empfindest Du, wenn Dir ein Freund von seiner Gehaltserhöhung erzählt? Wie stellst Du Dir Deinen Lebensstil in 10 Jahren vor? Du kannst Dich bewusst mit diesen Fragen beschäftigen und/oder im Alltag auf Deine Gefühle und Gedanken achten. Und wir kommen ja tagtäglich mit dem Thema Geld in Kontakt, alleine beim Einkaufen im Supermarkt. Dabei ist es natürlich hilfreich vollkommen ehrlich zu sich zu sein.
  • Wo möchest Du hin (finanziell) und vor allem WARUM?
  • Anstatt sich also Ziele zu setzen wie: Ich habe keine finanziellen Sorgen mehr, formulierst Du sie nun ohne Verneinung. Und genauso wichtig ist es, Dir klar zu machen, warum Du das eigentlich willst. Diesen Prozess finde ich wirklich faszinierend, denn sehr oft sind wir uns über unser „Ziel hinter dem Ziel“ gar nicht bewusst. Aber genau dieses große Ziel setzt jede Menge Energie frei, da hier die eigentliche Motivation steckt. Sehr gerne frage ich meine Coaching Klienten immer weiter, bis sie mit ihrem großen Ziel in Verbindung kommen:
    Was hast du davon? Was ist dann anders, wenn Du dieses Ziel erreicht hast? Wozu ist das gut? etc.
  • Welche deiner in 1) identifizierten Glaubenssätze stehen zwischen Dir und Deinem Ziel bzw. machen Dir den Weg unnötig schwer? Und was wäre nun hilfreich und unterstützend?
  • Machen
  • Zu guter letzt machst Du Dich jetzt auf den Weg. Gerade bei fest sitzenden Mustern kann dies ein längerer Prozess sein. Immer wieder geht es darum, Dir selber mit Hilfe der Achtsamkeit auf die Schliche zu kommen. Und wenn Du merkst, dass wieder alte Glaubenssätze am Start sind, kannst Du Dich bewusst dafür entscheiden, diese loszulassen und neuen Glaubenssätzen Raum zu geben.


Gar nicht so schwierig, oder?

Und nun wünsche ich Dir viel Spaß dabei, Deine Ziele zu formulieren und die Begeisterung und Motivation zu spüren, die diese Ziele für Dich so wichtig machen.

Über Karen:

Karen Schlaegel unterstützt als Life Coach Menschen in Veränderungsprozessen. Sie begleitet Menschen dabei Ziele zu definieren, eigene Stärken zu mobilisieren sowie alten Glaubenssätzen auf die Spur zu kommen und sie durch neue zu ersetzen. Dabei nutzt sie vor allem Methoden aus der Positiven Psychologie, dem NLP als auch ihre Erfahrungen aus ihrer langjährigen Tätigkeit als Führungskraft im Event Management. Das Ziel hinter dem Ziel ist hierbei immer mit Freude und Leichtigkeit durchs Leben zu gehen und Resilienz zu entwickeln, mit der man auch Herausforderungen mit Stärke begegnen kann.
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