Motivation zum Geld sparen

Finanzielle Freiheit? Von wegen! So verschuldet sind Deutschlands Bürger wirklich

Raus aus der Verschuldung hin zur finanziellen Freiheit, so geht's!
Weltweit ist das Geldsystem auf Kredit aufgebaut, neues Geld entsteht ausschließlich durch die Aufnahme von Krediten. Auch aus diesem Grund wirst Du von der Werbung regelmäßig beim Kauf von Produkten zur Finanzierung angeregt. Mit fatalen Folgen für weite Teile der Bevölkerung.

Verschuldung kann zum ernsten Problem werden
Solange Du leistungsfähig bist und einen ausreichend bezahlten Job hast, ist die Kreditaufnahme bis zu einem gewissen Maß relativ ungefährlich. Sobald aber nachfolgend beschriebene Ereignisse eintreten, wird aus der harmlosen Verschuldung eine gefährliche Überschuldung. Laut einer aktuellen Studie sind in der BRD knapp sieben Millionen Menschen überschuldet:

-Bei gut 20 Prozent ist geringeres Einkommen aufgrund von Arbeitslosigkeit die Ursache.
-15,3 Prozent büßten ihre Leistungsfähigkeit durch Erkrankung, Unfall oder Sucht ein.
-12,8 Prozent gerieten in die Schuldenfalle, weil der Lebenspartner verstorben ist oder eigene Wege ging.
-Bei 9,4 Prozent sorgt unvorteilhafte Haushaltsführung für Engpässe.
-9,3 Prozent der Betroffenen sind an versuchter Selbstständigkeit gescheitert.

Die meisten überschuldeten Personen sind zwischen 30 und 39 Jahre alt, wobei Männer eher zur ungezügelten Kreditaufnahme neigen als Frauen. Privat ist jeder betroffene Mann mit durchschnittlich 32.500 Euro verschuldet, jede verschuldete Frau hat im Durchschnitt einen negativen Saldo von 27.400 Euro. Diese Zahlen sind jedoch nur eine Seite der Medaille.

Geschlechts-unabhängig ist jeder Einwohner der BRD mit 25.000 Euro an der Verschuldung des Staates beteiligt. Aktuell stehen staatliche Schulden in Höhe von mehr als 2 Billionen Euro oder 61 Prozent des BIP offen. Die Staatsschulden beziehungsweise die daraus resultierende Zinslast bezahlst Du über Steuern. Zum Abbau Deiner privaten Verschuldung gibt es mehrere Möglichkeiten.

Bargeld lacht
Grundsätzlich solltest Du Dein Konsumverhalten überprüfen und ändern, auch wenn dies oft als schädlich für die Volkswirtschaft hingestellt wird. Muss es wirklich jedes Jahr ein neues Mobiltelefon sein, ist wirklich alle zwei Jahre ein neues Notebook notwendig? Die meisten Käufe dieser Art sind nicht echtem Bedarf, sondern vielmehr dem Geltungsbedürfnis geschuldet und aus objektiver Sicht unnötig.

Selbst wenn Du meinst, derartige Statussymbole erwerben zu müssen, dann solltest Du dazu erspartes Bargeld nutzen. Mit der Kaufsumme bar in der Tasche kannst Du nicht selten Rabatte aushandeln oder auf gratis Zubehör bestehen. Kaufst Du hingegen mit Finanzierung, wird aus einem vermeintlichen Schnäppchen schnell ein teurer Erwerb.

Kreditzinsen verteuern Produkte
Auch wenn Du ein Erzeugnis bar bezahlst, sind in dem Preis die unternehmerischen Finanzierungskosten enthalten. Bei Konsumartikeln liegen diese Kosten oft bei 10 bis 15 Prozent, bei langfristig finanzierten Mietimmobilien hingegen bei bis zu 50 Prozent. Im Klartext: Deine Miete könnte deutlich geringer ausfallen, wenn der Hauseigentümer ausschließlich mit Eigenkapital gebaut hätte.

Auf die Miete hast Du ebenso wenig Einfluss wie auf den Preis diverser Konsumartikel. Du kannst jedoch sehr wohl die eigenen Kosten im Zaum halten. Kaufe nur, was Du wirklich brauchst, denke langfristig und spare die benötigten Gelder an. Im Durchschnitt kostet auch in der Niedrigzinsphase ein Ratenkredit zwischen 4,5 und 7 Prozent per anno. Rechne Dir bitte aus, wie teuer das mit 1.000 Euro ausgezeichnete Notebook wirklich wird, wenn Du es finanzierst. Je nach Laufzeit verteuert sich das Gerät um 50 bis 100 Euro.

Noch kostspieliger wird die Neuanschaffung durch eine Überziehung des Kontos. Der zu beantragende Dispo setzt erstklassige Bonität voraus und schlägt pro Jahr mit mindestens 8 Prozent zu Buche, oft verlangen die Banken jedoch 10 und mehr Prozent.
Natürlich punktet der Überziehungskredit mit wenig Aufwand und kann unbürokratisch schnell zurückgezahlt werden. In der Praxis steht dem jedoch oft mangelnde Liquidität gegenüber und auf lange Sicht ist der Dispo vergleichsweise sehr teuer.

Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not

Dieser alte deutsche Spruch beinhaltet viel Wahrheit, die im 21. Jahrhundert leider zunehmend verdrängt wird. Wie bereits erwähnt, findet die Geldschöpfung nur noch über Kreditaufnahme als digitale Buchungszeile statt. Früher regulierte der Staat mit seiner Zentralbank die Geldmenge anhand der gesamten Produktivität seiner Volkswirtschaft. 

Wie Du finanzielle Freiheit erreichst
Schaffe Dir ein finanzielles Polster, von dem Du wirklich wichtige Ausgaben bestreitest. Du kannst jetzt fragen, wie das mit gerade so eben ausreichendem Gehalt funktionieren soll. Hier ist die Lösung.
Durchforste Deine monatlichen, quartalsweisen und jährlichen Ausgaben und überprüfe jede Position auf ihre Notwendigkeit. Kündige alle nicht erforderlichen Zahlungen für Abos, Mitgliedschaften und Ähnliches. Bei den unverzichtbaren Positionen überprüfe mit dem jeweils dafür gebotenen Online-Vergleich, ob Gelder einzusparen sind.

Das funktioniert beispielsweise hervorragend bei Strom und Gas. Fast 60 Prozent der Verbraucher sind aus Bequemlichkeit oder mangelndem Wissen immer noch in der Grundversorgung. Diese Tarife sind dank kurzer Kündigungszeiten leicht durch günstigere Verträge zu ersetzen. Einsparungen in Höhe von mehreren Hundert Euro im Jahr können erzielt werden.
Als Kunde einer klassischen Filialbank zahlst Du im Jahr circa 100 Euro für die Kontoführung. Wechselst Du mit wenig Aufwand zu einer Direktbank, wird das Girokonto kostenfrei geführt.
Bei der Autoversicherung ändern sich jedes Jahr die Schadensfreiheitsklassen und damit die Beiträge. Zum Jahresende kannst Du das Sonder-Kündigungsrecht in Anspruch nehmen und einen günstigeren Versicherer wählen. Auch hiermit lassen sich beachtliche Beträge einsparen.

Manchmal lässt sich die Kreditaufnahme nicht vermeiden, beispielsweise, wenn das zur Arbeit benötigte Auto schnell repariert werden muss. Doch auch bei einem teuren Dispokredit kannst Du durch Umschuldung viel Geld sparen.
Beim Einkauf auf Qualität und nicht auf Markennamen achten, kann jeden Monat die Haushaltskasse um 50 Euro entlasten.
Weitere Möglichkeiten sind bei den individuellen Konsumgewohnheiten gegeben. Preisbewusst leben und vor dem Einkauf vergleichen schafft also Spielraum, der auf lange Sicht zur finanziellen Freiheit wird.